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29.08.2016, 12:25 Uhr
Den Horizont erweitern
 

Ahlden. Nicht nur die Themen Natur und Geschichte, sondern auch die Wirtschaft standen am letzten Tag der Sommertour auf dem Programm der CDU-Landtagsabgeordneten Gudrun Pieper. Das Tagesprogramm in der Samtgemeinde Ahlden hielt interessante Einblicke parat, wie der Honigherstellung oder die Erdölgewinnung.

 

 

Gemeinsam mit CDU-Samtgemeindeverbandsvorsitzende Almuth Detmering  besuchte die Abgeordnete zu Beginn die Imkerei von Martin Becker. Bereits seit 10 Jahren betreibt der hauptberufliche Ackerbauberater die Imkerei mit Selbstbedienungs-Hofladen in Grethem. „Bienen-Becker“ hat sein Hobby zum „Beruf“ gemacht. „Es gibt mittlerweile mehr Anfragen als ich bedienen kann“, berichtet der Imker. Auch regionale Kaufleute bieten seinen Honig in den Geschäften an. Doch nach wie vor ist das Bienensterben ein großes Problem. Martin Becker berichtet, dass sich die gefürchtete Varroa-Milbe noch verhältnismäßig einfach mit Ameisensäure bekämpfen ließe. Das größere Problem sei die Nahrungsknappheit in den Sommermonaten: „Im Frühjahr gibt es noch ein hohes Pollen- und Nektarangebot. Nach dem Raps gibt es, auf dem flachen Land, fast keine Tracht mehr.“ Extensive Grünlandnutzung sei hier eine Lösung. Denn Weideflächen weisen in der Regel eine größere Artenvielfalt auf, als intensiv genutztes Grünland. Hier blühen viele Klee- und Kräuterarten. „Die Blühstreifen an den Feldrändern sind gut, aber reichen da nicht aus“ so Becker besorgt.

Gudrun Pieper betonte: „Imker leisten als Naturschützer eine verantwortungsvolle Aufgabe. Wir dürfen nicht vergessen, dass Tierschutz nicht erst bei großen Tieren wie Schweinen oder Rindern anfängt, sondern auch bereits bei kleinen Lebewesen wichtig ist, um deren Lebensräume zu sichern.“

 

Natur erleben und gleichzeitig Wissenswertes über die Geschichte der Erdölgewinnung erhalten: In der Hademstorfer Allermarsch ist dies dank des Pferdekopfpumpen-Denkmals "Hansa 6“ möglich. Geologe Dieter Plöthner erläuterte der Abgeordneten, dass die Idee bereits 2010 aufgekommen sei, als ihm erstmals auffiel, dass vielerorts Pferdekopfpumpen an die lokale „Ölzeit“ erinnern, nur nicht in Hademstorf. Mit Hilfe einer Hand voll Unterstützer wurde 2012/13 eine Pferdekopfpumpe aus Rodewald  beschafft, aufwändig restauriert und in mühevoller Arbeit am heutigen Standort, mit passender Informationstafel, aufgestellt. 2016 folgte dann die Einweihung eines zweiten Pferdekopfpumpen-Denkmals – der „Hansa 9“ – 100 Meter westlich von „Hansa 6“. Die beiden technischen Denkmäler erinnern an die Hademstorfer „Ölzeit“ von 1941 bis 1970. Rund 160.000 Tonnen Rohöl wurden in dieser Zeit gefördert und bis 1950 teilweise auf der Aller per Schiff abtransportiert. „Der besondere Charme an diesen Pumpen ist, dass wir sie auf den Original-Fundamenten errichten konnten.“, so Plöthner. Pieper zeigte sich beeindruckt: „Die Restauration und Aufstellung der „Hansa 6“, allein durch ehrenamtliche Arbeit, ist eine große Leistung. Die Pferdekopfpumpen -Denkmäler sind eine touristische Bereicherung für unsere Region.“

 

Wirtschaftlich bereichernd stellt sich der Neubau des BMW-Logistikgebäudes in Hodenhagen dar, den die Landtagsabgeordnete abschließend in Augenschein nehmen konnte. Auf dem Grundstück unmittelbar in der Nähe der BAB 7 an der Abfahrt Hodenhagen wurde das moderne Logistikgebäude mit einer Nutzfläche von rund 22.000 qm sowie einem Bürotrakt erstellt. Der Neubau bietet BMW künftig 20 Verladeeinheiten. In nur 9monatiger Bauzeit wurde das Gebäude von der bauwo Grundstücksgesellschaft mbH. erstellt. 

BMW werde es als Ergänzung zum Distributionszentrum in der Lilienthalstraße nutzen und 50 neue Arbeitsplätze schaffen. Das ursprüngliche Gebäude bliebe erhalten, erklärte „bauwo“ –Geschäftsführer Bernd Rathenow.

Gudrun Pieper unterstrich den engen Zusammenhang einer guten Verkehrsinfrastruktur und der wirtschaftlichen Entwicklung der Region: „In der arbeitsteiligen Welt und globalen Märkten spielen Verkehrsinfrastruktur und Logistik eine entscheidende Rolle. Ohne zuverlässigen und zeitgenauen Transport kommen heutzutage nahezu alle Branchen ins Stocken. Daher dürfen der Erhalt und der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur nicht vernachlässigt werden.“ Rathenow merkte an, dass es auf der  L191 häufig zu abgefahrenen Spiegeln bei sich entgegenkommenden LKWs komme, da die Straße zu eng sei. Eine Verbreiterung würde die Situation erheblich erleichtern. Dieses Anliegen sei durchaus berechtigt, so Gudrun Pieper und fügte ergänzend hinzu: „Nun gilt es intensive Gespräche zu führen. Ich werde in dieser Angelegenheit das Gespräch mit Wirtschaftsminister Olaf Lies suchen.“

 

29.08.2016, 12:27 Uhr